Ein Dekubitus (Druckgeschwür) ist eine örtliche begrenzte Schädigung der Haut bzw. des darunterliegenden Gewebes, die durch eine länger einwirkende Druck- bzw. Scherbelastung entsteht. Laut Untersuchungen des Robert Koch-Instituts, liegt das Dekubitusrisiko in Kliniken bei 30%, in Pflege- und Altenheimen sogar bei über 50%. Durch die demographische Entwicklung ist zudem in Zukunft mit einem Ansteigen von Dekubitusfällen zu rechnen. Die jährlichen Behandlungskosten sind enorm, werden in Deutschland werden auf 1 bis 2,3 Milliarden Euro beziffert.

Das vorliegende Projekt ermöglicht die Entwicklung eines intelligenten Gesamtsystems zur Dekubitusprophylaxe, das auf den Ansätzen des Pflegekonzeptes der basalen Stimulation basiert. Da im Gegensatz zu konventionellen Produkten keine umstrittene Freilagerung, sondern eine Wahrnehmungsförderung erfolgt, die die Eigenbewegung des Patienten erhöht, kann eine sehr flache Bauhöhe erreicht werden. Es ergibt sich ein leichtes, flexibles und kostengünstiges Gesamtprodukt, das unabhängig von der Bettgeometrie, auf jeder Matratze angebracht werden kann. Durch die patientennahe Sensorik kann eine verbesserte, erstmalige Einschätzung der Dekubitusgefährdung durchgeführt werden. Gleichzeitig kann anschließend ein permanentes Risikomonitoring erfolgen, um die Entwicklung der Dekubitusgefährdung über die Zeit festzuhalten.

Laufzeit:06/2019 – 05/2021
Projektpartner:Metallbau Hausmann GmbH,
Universitätsklinikum Bonn
Fördermittelgeber:BMWi
Förderprogramm:ZIM